Collibra UX vs. Dawiso: die Alternative für Fachbereiche
Collibra hat seine UX vor einiger Zeit neu gestaltet, doch viele Teams hängen noch im älteren, weniger eingängigen Entwurf fest. In diesem Beitrag sehen wir uns die aktuelle, überarbeitete Oberfläche von Collibra im Einzelnen an. Die eigentliche Frage lautet aber: Finden sich Nutzer in Collibra so leicht zurecht wie in Dawiso? Vergleichen wir es!
Warum ist eine nutzerfreundliche UX in einem Datenkatalog wichtig?
Warum sprechen wir überhaupt über die UX von Collibra? Weil sie eine häufige Quelle des Ärgers ist und in vielen Fällen ein wesentlicher Grund dafür, dass Werkzeuge für Data Governance in Unternehmen nicht Fuß fassen. Sie ist die Achillesferse. Nach Monaten, manchmal sogar Jahren, merken Unternehmen, dass niemand das Werkzeug tatsächlich nutzt, weil niemand weiß, wie.
Warum ist das ein Problem? Neben dem Offensichtlichen, dass Sie eine hohe Lizenzgebühr für ein Werkzeug zahlen, das keinen Wert bringt, ist das größere Problem, dass Data Governance nur funktionieren kann, wenn Daten wirklich demokratisiert sind.
Und Daten demokratisieren können Sie nur, wenn Sie eine Kultur der Datenkompetenz schaffen, in der jede Abteilung zu einer stimmigen und verlässlichen Datenumgebung beiträgt. Alle, nicht nur ein ausgewählter Kreis von Fachleuten, müssen beitragen und auf die Daten zugreifen können, die sie für ihre Arbeit brauchen.
Wie wollen Sie ein sachlich richtiges, aktuelles Business Glossary aufbauen, wenn die Begriffe nicht von denen definiert werden, die sie tatsächlich verstehen? Wer kennt die richtigen Formeln für die Berechnung von KPIs? Wer weiß, worauf es in der täglichen Entscheidungsfindung ankommt? Den fachlichen Beitrag können Sie aus diesem Vorgang nicht heraushalten.
Was sagen Nutzer von Collibra über die Navigation?
Nach Bewertungen auf G2 beschreiben viele Nutzer Collibra als „übermäßig komplex“ und „erfordert Expertenschulungen“, während Dawiso oft ohne eigene Einführungsschulungen angenommen wird. Eines der am häufigsten genannten Probleme bei Einführungen von Collibra ist die geringe Nutzung, besonders in Fachbereichen ohne technischen Hintergrund.
Collibra ist zwar eine Plattform mit vielen Funktionen, doch die Rückmeldungen der Nutzer zeichnen ein einheitliches Bild: Ohne intensive Einführung und Schulung tun sich die meisten Nutzer schwer, das Werkzeug zu verstehen und in ihrer täglichen Arbeit wirksam einzusetzen.
Ein Berater für Datenmanagement, der an einer Einführung von Collibra mitgearbeitet hat, drückt es so aus:
„Some of the language used within the Collibra tool adds a barrier to rolling it out successfully... the biggest barrier to target consumers on-site being satisfied with Collibra is navigation. Countless times I hear employees have entered the tool and it has not been intuitive enough for them to find what they want, thus they leave.“
Dieser Eindruck zieht sich durch G2. Viele Nutzer beschreiben die Plattform als „sehr technisch und nicht eingängig“, eine Bewertung hält fest:
„All people without technical knowledge have many issues at the beginning of their Collibra journey, which gives a really bad first impression. Very often, without any training, nobody in the organization is able to use the tool or understand how metadata is structured there.“
Warum sind solche Bewertungen so häufig? Selbst bei Kunden von Collibra, mit denen wir gesprochen haben, kam die geringe Nutzung immer wieder zur Sprache. Trotz unmittelbaren Supports durch Collibra fällt es oft schwer, breitere Teams dazu zu bringen, sich mit der Plattform zu befassen oder aktiv beizutragen.
Sicher, Datenbanken werden vielleicht gescannt, doch die Plattform selbst bleibt zu wenig genutzt. Das wirft Fragen zu ihrer Bedienbarkeit auf, besonders für Teams jenseits des technischen Kerns.
Sehen wir genauer hin und vergleichen die UX von Collibra mit der von Dawiso.
Die UX von Collibra im Vergleich mit Dawiso: Data Catalog für Fachbereiche
Vergleichen Sie die neue UX von Collibra mit dem fachlich zugänglichen Entwurf von Dawiso. Welcher Datenkatalog bietet die bessere Bedienbarkeit für Nutzer ohne technischen Hintergrund? Wir haben 5 Kriterien verglichen
Schritt 1: Business Glossary - Collibra und Dawiso
Das Business Glossary ist einer der wichtigsten Teile jedes Datenkatalogs. Dort sollen Nutzer ohne technischen Hintergrund fachliche Begriffe bestimmen, finden und mit ihnen arbeiten. Sehen wir uns an, wie Collibra und Dawiso das angehen.
Collibra: stark auf Formulare ausgerichtet und zersplittert
In Collibra bekommen Nutzer standardmäßig eine tabellarische Liste von Begriffen zu sehen. Ein Klick auf einen Begriff öffnet eine Detailseite, die in mehrere Reiter aufgeteilt ist (Summary, Diagram, Responsibilities und so weiter). Jeder Reiter verbirgt einen Teil des Gesamtzusammenhangs, und Nutzer müssen zwischen ihnen springen, um die Grundlagen eines Begriffs zu verstehen.


Schwierigkeiten:
- Die Navigation wirkt tief und zersplittert. Oft brauchen Sie mehrere Klicks, um Lineage, Zuständigkeiten oder verknüpfte Begriffe zu sehen.
- Aktionen verbergen sich hinter Symbolen oder Auswahllisten, was Nutzer ohne Schulung verwirren kann.
Dawiso: transparent, im Zusammenhang und leicht zu erkunden
Dawiso zeigt dagegen ein vollständig zusammengeführtes, fachlich gedachtes Layout. Die Navigation links zeigt Domänen und Begriffshierarchien klar, sodass sich leicht stöbern lässt, ohne „blind zu suchen und zu klicken“. Wählt ein Nutzer einen Begriff, sind alle wichtigen Angaben, Definition, Verantwortung, Beziehungen und Eigenschaften, in einem einzigen scrollbaren Bereich sichtbar.


Das fällt auf:
- Die Navigation nach Domänen gibt Fachbereichen eine eingängige Orientierung.
- Der Bereich rechts zeigt sofort die fachliche Verantwortung und die Data Stewards.
- Beziehungen und Lineage sind unmittelbar unter der Definition dargestellt und geben Nutzern auf einen Blick Einblick, wo ein Begriff in die Datenumgebung gehört.
- Der Ablauf ist geradlinig, schnell und verlangt kein Springen zwischen Reitern.
Auch Filtern und Suchen sind mit dynamischen Bedienelementen über der Begriffsliste vereinfacht. Ansichten müssen nicht vorab eingerichtet werden, und niemand muss sich merken, wofür welcher Bestandstyp steht.
Fazit: Dawiso macht Beitragen und Finden leichter
Während sich Collibra wie die Navigation durch ein Formularsystem für große Unternehmen anfühlen kann, spiegelt das Layout von Dawiso, wie Fachbereiche natürlich denken, nämlich nach Domäne, Begriff und Beziehung. Alle wichtigen Daten erscheinen auf einmal, statt hinter mehreren Ansichten vergraben zu sein. Das macht einen großen Unterschied, wenn das Glossar mehr sein soll als Dokumentation, nämlich ein lebendiges Werkzeug, das Nutzer pflegen und auf das sie sich verlassen.
Schritt 2: Filtern - Collibra und Dawiso
Filtern ist eine Kernfunktion jedes Datenkatalogs. Ob Sie als Nutzer im Fachbereich einen bestimmten Bericht suchen oder als Data Steward Bestandstypen durchsehen, Filtern sollte einfach, intuitiv und flexibel sein. So vergleichen sich Collibra und Dawiso.
Collibra: ausführlich, aber umständlich
Die Filtermöglichkeiten von Collibra bieten eine breite Auswahl an Attributen aus den Metadaten, von Bestandstypen über Status bis zu Spezialisierungen. Der Aufbau ist mächtig, wirkt aber von der übrigen Oberfläche abgekoppelt.
Das fällt auf:
- Mehrere Fenster, die aufspringen: Das Filtern öffnet sich in einem eigenen Kasten, der sich über die Oberfläche legt. Das kann verwirren, besonders wenn Sie sich mit der Plattform gerade erst vertraut machen.

- Auswahlliste in der Auswahlliste: Einen Filter hinzuzufügen verlangt, einen Typ aus den Metadaten zu wählen (etwa BI Report) und dann einen Wert zu bestimmen, alles innerhalb eines kleinen Kastens.
- Überwältigend für neue Nutzer: Es gibt viele anklickbare Bereiche mit wenig Führung, und manche Filter (etwa „Include specializations“) wirken ohne Dokumentation rätselhaft.

Kurz gesagt: Das Filtern ist umfassend, aber eher für geschulte Datenfachleute gebaut als für alltägliche Nutzer. Schon einen einzigen Filter anzuwenden kostet mehrere Klicks und überlagerte Fenster.
Dawiso: nahtlos, von der Suche her gedacht und nutzerfreundlich
Dawiso dreht das Modell vollständig um und beginnt bei der Suche. Sie tippen einen Begriff oder ein Stichwort ein, und Filtern wird zum natürlichen nächsten Schritt statt zu einer komplexen Einrichtungsaufgabe.
Wesentliche Stärken:
- Suche und Filter vereint: Nutzer erhalten Ergebnisse schon beim Tippen, und Filter stehen in einer aufgeräumten Seitenleiste bereit, ohne zusätzliche aufspringende Fenster und ohne Überraschungen.
- Kluge Filtermöglichkeiten: Sie können rasch nach Objekttyp (etwa Tables, KPIs), nach Anwendung (etwa Business Glossary, Code Lists) eingrenzen oder Domänen erkunden.
- Moderne, eingängige UX: Statt Filter hinter Schichten zu verbergen, zeigt Dawiso sie als natürlichen Teil des Suchwegs. Das System wirkt, als verstünde es, wie Nutzer suchen, gerade wenn sie keinen technischen Hintergrund haben.

Fazit: Bei Dawiso fühlt sich Filtern an wie Google, nicht wie das Einrichten einer Datenbank
Während Collibra das Filtern wie eine kleine Maschine für sich behandelt, mit eigener Logik in der Bedienung, fügt Dawiso es in den Hauptablauf ein. Fachbereiche können mit einer einfachen Anfrage beginnen und sie dann mühelos verfeinern.
Schritt 3: Data Lineage - Collibra und Dawiso
Zu verstehen, woher Daten kommen und wohin sie gehen, ist der Kern von Vertrauen und Transparenz. Das gelingt aber nur, wenn Nutzer die Lineage auch tatsächlich sehen und verfolgen können. So sieht es aus, wenn wir das Erkunden der Data Lineage in Collibra mit dem in Dawiso vergleichen.
Collibra: technische Tiefe, eingeschränkte Bedienbarkeit
In Collibra gibt es das Lineage-Diagramm zwar, doch es wirkt eher wie eine rohe technische Darstellung als wie ein echtes Werkzeug zum Erkunden. Der Nutzer bekommt ein breites waagerechtes Diagramm voller Kästen für Datensätze und Pfeile zu sehen, doch die Navigation ist heikel und der Zusammenhang dünn.


Wesentliche Grenzen:
- Geradliniger, enger Zusammenhang: Die Knoten sind zwar verbunden, doch Sie stecken in einem waagerechten Scrollen fest, ohne klare Gruppierung oder fachlich lesbare Namen.
- Kein klarer Einstieg: Ein Klick auf einen Knoten liefert keine weiteren Angaben und keine Aktionen. Sie wissen ohne Überfahren oder tiefes Nachsehen nicht, was jeder Bestand ist.
- Eingeschränkte Interaktion: Die Seitenleiste rechts erlaubt das Durchsehen von Objekten, ist aber von der Darstellung abgekoppelt, es gibt keine Ansicht im Zusammenhang, und Sie können von dort nicht unmittelbar in einen Begriff oder Bericht mit allen Metadaten springen.
In manchen Fällen führt der einzige Weg in die Tiefe darüber, das Diagramm zu verlassen und den zugehörigen Bestand von Hand zu suchen, was den Erkundungsfluss vollständig unterbricht.
Dawiso: vom Bild her gedacht, anklickbar und tief verbunden
Dawiso geht einen völlig anderen Weg. Statt technischer Wucherung ist das Diagramm hierarchisch, aufgeräumt und interaktiv. Jeder Knoten in der Lineage ist nicht bloß ein Kasten, sondern ein lebendiger Einstieg zu mehr Angaben.


Das fällt auf:
- Eingebauter Bereich rechts: Ein Klick auf einen Knoten holt die vollständigen Metadaten hervor, samt Beschreibungen, gescannter Lineage und Beziehungen, unmittelbar im Diagramm.
- Layout nach Gruppen: Knoten sind sichtbar nach Domäne oder Schicht gruppiert (etwa Unternehmens-DWH, Reporting), was das Verstehen des Zusammenhangs auf einen Blick erleichtert.
- Wege erkunden: Nutzer können „Alle Wege zeigen“ anklicken oder sich auf bestimmte beschränken. Selbst Nutzer ohne technischen Hintergrund können Daten von einem Bericht bis zurück in die Warehouse-Schicht verfolgen.
- Alles verbunden: Aus der Lineage heraus springen Sie in fachliche Definitionen, Quelltabellen oder KPIs, ohne den Bildschirm zu verlassen.
Dawiso macht aus Lineage eine Straße in beide Richtungen: nicht nur etwas, das Sie ansehen, sondern etwas, das Sie nutzen. Ob Sie als Data Engineer die Eingaben eines Berichts prüfen oder als Leitung im Finanzbereich der Herkunft einer Zahl nachgehen, das Diagramm passt sich Ihrer Rolle an.
Fazit: Dawiso macht aus Lineage ein Werkzeug zum Navigieren. Collibra hört beim Bild auf.
In Collibra wirkt Lineage statisch, wie ein bildhafter Export von Metadaten. In Dawiso wird sie zu einer lebendigen Oberfläche, die Berichte, KPIs, Begriffe und Datenbanken verbindet. Sie „sehen“ den Weg Ihrer Daten nicht nur, Sie bewegen sich durch ihn, verstehen ihn und handeln danach.
Dieser Unterschied macht Dawiso nicht nur für Datenarchitekten nutzbar, sondern ebenso für Analystinnen, Prüfer und Führungskräfte im Fachbereich.
Fazit
Sowohl Collibra als auch Dawiso liefern belastbare Fähigkeiten für den Datenkatalog, doch das Nutzererlebnis erzählt eine andere Geschichte. Collibra bietet zwar mächtige Funktionen, neigt aber oft zur Komplexität, was die Nutzung für Menschen ohne technischen Hintergrund erschwert. Dawiso setzt dagegen auf Klarheit, Zusammenhang und Einfachheit. Die fachlich gedachte UX macht das Erkunden von Metadaten eingängig, selbst für Nutzer ohne technischen Hintergrund.
Von der Navigation im Glossar über Lineage-Diagramme bis zu Katalogen von Berichten zeigt Dawiso Angaben durchweg so, dass sie die tägliche Entscheidungsfindung tragen. Für Unternehmen, die echte Datendemokratisierung fördern wollen und nicht nur ein Werkzeug einführen, bietet Dawiso eine moderne, zugängliche Alternative, die bei Tiefe und Kontrolle keine Abstriche macht.
Verwandte Links:
Bewertungen zu Collibra auf G2 lesen.